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Kakeibo
Wie viele der genialsten und zugleich einfachsten Sachen kommt auch das Kakeibo aus Japan und bedeutet übersetzt einfach nur Haushaltsbuch. Es gibt wenig, das so einen durchschlagenden Erfolg auf die eigenen Finanzen hat, wie das führen eines einfachen Haushaltsbuches. Vorlagen hierfür gibt es mehr als genug oder man bastelt es selbst, ich habe mich dennoch für ein fertig gekauftes entschieden (Kosten unter 10€/Jahr) und es dann entsprechend geführt. Ein App oder sowas ist schnell zu verspielt und ich will ja die Angelegenheit schnell hinter mich bringen. Jeder kann hier seinem Gusto folgen.
Hier noch einmal das Grundprinzip von Kakeibo erklärt:
Es gibt Kategorien, in die werden jeden Tag alle Ausgaben einsortiert. Nur die Bar oder an diesem Tag per Karte bezahlten Ausgaben zählen. Keine Abos oder wiederkehrende Zahlungen. Das hält es einfach und ist täglich in unter 5 Minuten erledigt, wenn man etwas Routine drin hat.
Kategorien
Ob man nun lieber vier oder fünf verschiedene Gruppen haben möchte, ist jedem selbst überlassen. Mehr als sechs halte ich für Mikro-Management. Idealerweise fängt man einfach mit
- Unverzichtbare Ausgaben: Lebensmittel, Kleidung (Basics), Apotheken, Drogerieartikel
- Wünschenswertes: Geschenke und so weiter, eigentlich alles, worauf man auch noch bis zum nächsten Geburtstag warten könnte oder was man sich einfach selbst schenken möchte
- Freizeit: flüchtiges Vergnügen wie Kinobesuche oder Konzertkarten
- Unvorhergesehenes: große Ausgaben, die immer wieder kommen. Gewichtsklasse: Waschmaschine kaputt, Autoreperatur
Wichtig: Was man nun genau in welche Kategorie hinein macht ist jedem schon selbst überlassen. Männer finden Drogerieartikel vielleicht eher nicht unverzichtbar, währen Frauen das möglicherweise anders sehen oder auch umgekehrt. Man muss es auch nicht immer 100% stringent halten. Im Laufe eines Jahres kommen in der Regel so viele Einträge in ein Kakeibo, dass sich die einzelne Flappsigkeiten vollständig wieder ausgleiche. Aber das Wichtigste ist, dass wirklch alles in das Buch hinein geschrieben wird.
Kalender und Summen
Hat man die Kategorien benötigt man lediglich so etwas wie einen Kalender um jeden Tag die Einträge zu sortieren. Es wird einfach immer weiter aggregiert und aufsummiert
| Einzeleinträge | Kategoriensumme | Tagessummen | Wochensummen | Monatssummen | Jahressumme |
|---|---|---|---|---|---|
| Lebensmittel 1 | Montag | Woche 1 | August | 2025 | |
| Lebensmittel 2 | Unverzichtbares | ||||
| Lebensmittel 3 | |||||
| …. | |||||
| Geschenke | |||||
| Parfüm | Wünschenswertes | ||||
| …. | |||||
| Kinobesuch | |||||
| Konzertkarten | Freizeit | ||||
| …. | |||||
| …. | …. | ||||
| Lebensmittel 1 | |||||
| Lebensmittel 2 | Unverzichtbares | ||||
| Lebensmittel 3 | |||||
| …. | |||||
| Geschenke | |||||
| Parfüm | Wünschenswertes | Dienstag | |||
| …. | |||||
| Kinobesuch | |||||
| Konzertkarten | Freizeit | ||||
| …. | |||||
| …. | …. | ||||
| …. | …. | …. | |||
| …. | …. | Mittwoch | |||
| …. | …. | Donnerstag | |||
| …. | …. | Freitag | |||
| …. | …. | …. | |||
| …. | …. | …. | Woche 2 | ||
| …. | …. | …. | Woche 3 | ||
| …. | …. | …. | Woche 4 | ||
| …. | …. | …. | … | September | |
| …. | …. | …. | … | Oktober | |
| …. | …. | …. | … | … | |
| …. | …. | …. | … | … | |
| …. | …. | …. | … | … |
Disclaimer: Wenn man sich das ansieht, bekommen viele schon leichte Zustände, man sollte sich aber immer vergegenwärtigen, dass -in eine tägliche Routine eingebaut- man gar nicht so viel Arbeit damit hat. Ja es wird aufwändig, wenn man die Tagessummen, Wochensummen, Monatssummen immer nur einmal im Quartal macht (alle Kategorien x 90 Tage + 4 Wochen + 3 Monate), wenn man es aber täglich macht, dann sind es nur alle Kategorien plus wöchentlich eine Wochensumme plus monatlich eine Monatssume und zum Glück hat ja jedes Handy einen Taschenrechner.
Einnahmen und Ausgaben
Nach dem ersten Monat wird es nun Zeit für den ersten Kassensturz. Nichts ist so gnadenlos wie die einfache Mathematik. Also alle Einnahmen (Gehalt, Kindergeld etc.) auf eine Seite und die monatlichen Ausgaben (Miete, Strom, Telefon, Abos, Rundfunkgebühren, Kredite etc.) und die Monatssumme auf die andere Seite und dann noch einmal addieren. Etwas unter den Tisch fallen lassen ist sinnlos, man betrügt sich nur selbst.
Das war die kurze Einführung in das Kakeibo Konzept, das mir sehr geholfen hat ein Gespür für die monatlichen Ein- und Ausgaben zu bekommen und die ein oder andere unnötige Ausgabe auch nicht zu machen.